09.12 “Liquid Archives” in Obersendling

Für alle die es noch nicht wussten: wir spielen nicht live, sondern tanzen zu unseren Playbacks. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Erstens beschränkt sich unsere musikalische Virtuosität auf die Fähigkeiten “Play” und “Stop”-Buttons zu drücken. Und zweitens würde es uns zu sehr anstrengen, die Songs die bekanntermaßen ja nicht mal von uns geschrieben sind, live wiederzugeben (wozu uns außerdem eben die musikalische Klasse fehlt). Instrumente halten und dabei gut aussehen ist schließlich schwer genug (und klappt ja auch nicht immer). Mannmannmann! Ging aber ja auch mit mehr Stil…

Unser erstes Konzert nach diesem (für Pop-Industrie-Musik-Kenner bestimmt nicht ungewöhnlichen) Geständnis spielen wir selbstverständlich in der Hauptstadt der Realness: München. Aus aktuellem Anlass (und weil Sex sellt, zumindest meint das unsere Agentur) spielen wir nackt. Ob das zur Location passt soll unsere Stylistin entscheiden. Unsere Bühnenkorreopraphie wird sich von der Wichtigkeit des folgenden Themas wohl nicht beeinflussen lassen (das ist auch vertraglich geregelt).

Blödelstop: unser Konzert am Mittwoch findet auf der Eröffnung der Ausstellung “Liquid Archives” des Kunstvereins Platform 3 statt. Wie interessant die ganze Sache ist und wird, lässt sich nicht besser als von den Veranstaltern selbst zusammenfassen:

Die Ausstellung Liquid Archives hinterfragt die Mechanismen der Geschichtsproduktion. Die Idee von Geschichte als einer unumstößlichen, großen Erzählung, die sich aus den Tiefen vermeintlich statischer Archive speist, wird dekonstruiert. Der Begriff des „flüssigen Archivs“ steht hierbei vor allem für einen alternativen Zugang zu globaler Geschichte und politischer Gegenwart. Ermöglicht wird dieser Perspektivwechsel durch die Betrachtung des Ozeanischen. Die Idee eines Maritime Turns funktioniert als eine Art Gegenentwurf zu terrestrischer Betrachtung, die primär von Nationalstaatlichkeit und Abgrenzung erzählt. Die ozeanische Perspektive lebt durch die Vision multilateraler Geschichten, verbunden durch weite räumliche und lange zeitliche Bögen.

Eröffnung : Mittwoch, 9.Dezember, 2009, 19 Uhr
Musik von L’egojazz (ab 21:00 Uhr)

Räume für zeitgenössische Kunst
Kistlerhofstr. 70 (Haus 60 // 3. Stock)

date: 7. December 2009 / category: Administrator / commentsfeed: RSS 2.0

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