L’egojazz wuchs über die Zeit zu einem multimedialen Projekt. Die einzelnen Mitglieder kannten sich größtenteils schon lange vor dem Projekt. Eine Zusammenarbeit war immer wieder geplant aber, aber aufgrund der kurzen Dauer der meisten Projekte nicht möglich.
Im November 2005 standen Angela Aux, Franz Spencer und Zap Brennigan zum ersten Mal gemeinsam auf einer Bühne, als Liveact für die Geburtstagsfeier eines Freundes. Das Programm bestand aus Skizzen und Songideen, die Stücke hatten weder Anfang noch Ende. Der spätere Tänzer E.W. war an diesem Abend auch im Publikum. Der Clubbesitzer fand die Darbietung nach eigenen Angaben “sowas von schrecklich” und meinte nur wir sollten uns lieber ein paar Wochen im Proberaum einsperren bevor wir uns nochmal auf eine Bühne stellten (Nochmal vielen Dank für den Tip, Udo).
Aber die nächsten Konzerte waren schon vereinbart und in den Proberaumsessions wurde hauptsächlich gejammt. Lustigerweise kamen wir kurze Zeit nach dem grandiosen Debut eher zufällig zurück in die Festung. Der Organisator einer Party engagierte uns als Vorband, praktischerweise ohne uns zuvor gehört zu haben. Weil er einen Namen auf den Flyer schreiben wollte einigten wir uns relativ fix auf den Namen L’egojazz. Das war auch unser Glück. Denn Udo versicherte uns nach dem Konzert, er hätte uns “nie im Leben zweimal hintereinander hier spielen lassen, vor allem nicht so!”. Am Namen konnte er uns allerdings nicht erkennen und uns den Zutritt zur Bühne zu verweigern war ihm offensichtlich zu blöd.
Anstelle einer Gage für das Konzert, übrigens mit dem Drummer der Band “Jims Couch” (Vorgängerprojekt von Zap Brennigan und Angela Aux) wurde uns vom Organisator der Party eine Studioaufnahme versprochen. Darauf warten wir noch heute. Zeit uns darüber zu ärgern blieb zum Glück nicht viel (zum Glück für den Organisator). Vollends von der Idee des Ganzen überzeugt tauschten wir den legendären Probecontainer im noch viel legendäreren Allach mit einer lässigen Home-Studio-Suite in München.

Den restlichen Winter verbrachten wir dann mit endlosen Sessions und der stückweisen Ausarbeitung des exponentiell anwachsenden Materials. Beim ersten Konzert 2006 konnte endlich die schon seit längerem geplante Fusion mit den Visualisten kon.txt umgesetzt werden. Der klassische Vorführeffekt vermasselte die Premiere. Schon beim nächsten gemeinsamen Gig in Kitzbühel wurde das Konzept allerdings gelobt und gefeiert. Der Tontechniker des Clubs war von der Show so euphorisiert, dass er mitten im Konzert auf die Bühne sprang und versuchte eine verstimmte Gitarrensaite zu reharmonisieren. Dieses Vorhaben schlug fehl, Robi ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen sondern schwatzte dem total perplexen Angela Aux seine Gitarre ab um anschließend unter lauter Solofidelei von der Bühne zu springen. Wenige Minuten später war der Spuk vorbei und alle taten einfach so als wäre nicht gewesen.






